Psychotherapie

Was ist Psychotherapie eigentlich genau, wann und warum brauche ich das? Welche Arten von Psychotherapie gibt es, wohin muss ich mich wenden und wer bezahlt sie?
Über diese Fragen und mehr sowie über meinen psychotherapeutischen Ansatz berichte ich auf dieser Seite. Auch den Status meiner Bestrebungen zur eigenen Praxistätigkeit können Sie hier erfahren.

Praxis-News: Genehmigung eines 1/4 Kassensitzes im MVZ Bad Füssing ab 01.01.2023

Was kann Psychotherapie?

Einfach ausgedrückt sind Psychotherapeut*innen für die Seele das, was Ärzt*innen für den Körper sind. In einer Psychotherapie soll in regelmäßigen Gesprächen - meist ein Gespräch von 50 Minuten Dauer, einmal wöchentlich oder alle zwei Wochen - mit den Klient*innen herausgefunden werden, wodurch deren seelische Belastungen, wie z.B. Depressionen, Ängste oder Schlafstörungen, ausgelöst wurden und gemeinsam Strategien zu deren Besserung entwickelt werden. Dabei gibt es unterschiedliche Therapieansätze, auf die ich im Folgenden eingehe und die in den meisten Fällen von den Krankenkassen bezahlt werden. Manche Therapeut*innen arbeiten auch nach dem sogenannten Kostenerstattungsverfahren, d.h. Klient*innen bezahlen die Therapiesitzungen im Voraus, können sich den Betrag allerdings von ihrer Krankenkasse zurückerstatten lassen. Bei anderen Therapeut*innen, v.a. bei Heilpraktiker*innen für Psychotherapie, die eine andere Ausbildung (ohne Approbation nach dem Psychotherapeutengesetz) haben und ohne sogenannten Kassensitz arbeiten, müssen Klient*innen selbst bezahlen und können die Kosten nicht von ihrer Krankenkasse erstattet bekommen. Anders als bei Ärzt*innen sollte man sich rechtzeitig um einen Termin bemühen, da viele Psychotherapeut*innen lange Wartelisten von mehreren Monaten haben, denn der Bedarf ist in Wirklichkeit viel höher als von den Krankenkassen, die für die Erteilung der Kassensitze zuständig sind, berechnet. In akuten Fällen, d.h. wenn es einem seelisch so schlecht geht, dass eine ambulante psychotherapeutische Behandlung nicht warten kann, bleibt meist nur die Aufnahme in einer Psychiatrie oder eine ärztliche Akuteinweisung in ein psychosomatisches Krankenhaus.

Psychoanalyse

Sigmund Freud (1856-1939) gilt als der "Vater" der Psychoanalyse und damit auch der Psychotherapie. Durch die freie Assoziation soll sich die Persönlichkeit der Klient*innen in all ihren Facetten entfalten, so dass sich dem/der Psychoanalytiker*in auf verschiedenen seelische Ebenen (Über-Ich, Ich und Es) darstellt, wodurch die psychische Erkrankung verursacht wird. Um diese zu analysieren, wenden Analytiker*innen die Methoden der Klärung, Deutung und Konfrontation an, d.h. sie klären durch Fragen an ihre Klient*innen ab, ob sie dessen Erleben verstanden haben, bieten mögliche Deutungen für unbewusste Zusammenhänge an und konfrontieren Klient*innen dann mit unbewussten Themen, welche diese nicht bewusst erkennen können oder wollen. Im Verlauf der psychoanalytischen Therapie, welche üblicherweise mehrmals pro Woche stattfindet und einige Jahre dauern kann - die Krankenkassen übernehmen, wenn sie diese Behandlung genehmigen, bis zu 300 Therapiestunden -, sollen Klient*innen so die Möglichkeit erhalten, ihre eigene Persönlichkeit kennen zu lernen und, zur Erleichterung seelischer Beschwerden, zu verändern. 

Tiefenpsychologie

Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie wurde auf den Grundlagen der Psychoanalyse entwickelt, ist im Unterschied zu dieser allerdings fokussierter, interaktiver und gegenwartsorientierter – dadurch weniger zeitintensiv. Die Tiefenpsychologie geht davon aus, dass bei Klient*innen aufgrund ihrer frühesten Beziehungserfahrungen (v.a. mit den Eltern in der Kindheit) sich wiederholende Beziehungsmuster entstanden sind, welche auch aktuelle Beziehungen beeinflussen. Dies ist die sogenannte Psychodynamik. Daher wird im Hier und Jetzt an der therapeutischen Arbeitsbeziehung zwischen Therapeut*in und Klient*in angesetzt. Hierbei nutzen tiefenpsychologisch fundiert arbeitende Psychotherapeut*innen psychoanalytische Methoden (vgl. oben), um Beziehungsmuster ihrer Klient*innen herauszuarbeiten und ihnen unbewusste Wünsche dahinter bewusst zu machen. So können auch Widersprüchlichkeiten und innere Konflikte zwischen verschiedenen Motiven in diesen Wünschen aufgedeckt werden, deren bisherige Kompromisslösung in der Entwicklung einer psychischen Erkrankung bestand. Ziel ist es, Klient*innen alternative Beziehungsmuster und somit alternative Lösungen der inneren Konflikte zu ermöglichen.

Verhaltenstherapie

Verhaltenstherapeutische Behandlungsmethoden setzen im Unterschied zu psychoanalytischen oder tiefenpsychologisch fundierten Ansätzen meistens direkt am Verhalten der Klient*innen an. Aufgrund von Untersuchungen zwischen Anfang des 20. Jahrhunderts bis etwa in die 1960er Jahre hinein wurde die menschliche Psyche ursprünglich als eine Art "Black Box" betrachtet, in die man als Therapeut*in nur einen "Input" geben muss, um einen bestimmten "Output" zu erhalten, z.B. durch Koppelung von Reizen (Klassische Konditionierung, z.B. der Pawlow'sche Hund), Belohnung bzw. Verstärkung (Lob) des gewünschten Verhaltens oder Bestrafung bzw. Nicht-Belohnung des unerwünschten Verhaltens (Operante Konditionierung) oder indem Therapeut*innen das gewünschte Verhalten vormachen (Lernen am Modell). Ergänzt wurden diese Vorstellungen durch die kognitiven Theorien, in denen ab den 1960er Jahren auch Gedanken und Gefühle der Klient*innen in die Untersuchungen mit einbezogen und somit ein Gegengewicht zum "Black Box"-Modell geschaffen wurde. So wurden Behandlungspläne für die unterschiedlichsten psychischen Störungen entwickelt, nach denen Verhaltenstherapeut*innen bei der Behandlung ihrer Klient*innen mehr oder weniger standardisiert vorgehen können. Natürlich bedeutet das nicht, dass jeder Patient nach dem exakt gleichen Schema behandelt wird, doch die Grundstruktur der Vorgehensweise ist ähnlich. Beispielsweise sieht das Vorgehen in der kognitiven Verhaltenstherapie depressiver Patienten mehrere Punkte vor, wie u.a. die Bearbeitung depressionsverstärkender Gedanken und Grundüberzeugungen sowie die Förderung sozialer Kompetenzen, doch in welcher Reihenfolge oder in welcher Gewichtung diese Punkte behandelt werden, kann von Fall zu Fall unterschiedlich sein. 

Mein GOAL-Ansatz

Als psychologische Psychotherapeutin mit Approbation in tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie arbeite ich vorwiegend nach diesem Ansatz, habe diesen allerdings in meinem eigenen GOAL-Ansatz teilweise mit verhaltenstherapeutischen Elementen kombiniert. Wenn Sie mehr über diesen Ansatz erfahren wollen, können Sie mein 2016 erschienenes und 2022 neu aufgelegtes Selbsthilfebuch "GOAL - Der Weg zum Ziel" in verschiedenen Online-Buchhandlungen oder in meinem Shop bestellen.

Gedanken zum Thema "Psychologie", die mich ansprechen

"Psychologie hat mich seit meiner frühen Jugend fasziniert. Ich liebe es, das menschliche Unterbewusstsein zu erforschen. Denn ich bin mir seiner Kraft sehr bewusst. (...)"
(aus dem Englischen übersetzt)

"Ich hatte schon immer großes Interesse am menschlichen Körper und seinen wunderbaren Funktionen. Wir lernen immer noch so viel darüber, wie unser Verstand funktioniert und was er alles kann. Neulich sah ich einen wunderschönen Film über Traumata der Vergangenheit und welche Rolle sie im alltäglichen Leben spielen.
Ich glaube, Psychotherapie ist ein außergewöhnliches Hilfsmittel, um diese Traumata hervorzuholen. Auch sie hat jedoch noch viel zu lernen."
(aus dem Englischen übersetzt)

"Einführung in die Psychologie war ein beliebter Kurs, den die Leute an meiner Universität gemacht haben, um die Voraussetzungen für den Abschluss in Sozialwissenschaften zu erfüllen. Ich habe es lange aufgeschoben, da ich nicht dachte, dass es mir gefallen würde, doch ich war angenehm überrascht, als es mir doch Spaß machte. Ich überlegte sogar hin und her, ob ich Psychologie nicht doch zu meinem Hauptfach machen sollte. (...)"
(aus dem Englischen übersetzt)

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Bild "Earth with flowers" (c) biki auf HITRECORD
Bild "Earth" (c) ImolaBarabas auf HITRECORD
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